Mittwoch, 11. Dezember 2013

Kichererbsen: Der Weihnachtsbaum ist eine Fälschung

In der Bienenstube wurde vor gar nicht allzu langer Zeit über das Thema "künstlicher Weihnachtsbaum - ja oder nein" disskutiert. Ich muss zugeben, ich wäre einem solchem Exemplar nicht unbedingt abgeneigt. Meine Minimonstermeute schon.

Da marschieren wir zwecks Weihnachtsdeko in den Baumarkt - ja, Baummarkt, nicht Weihnachtsdeko-Fachgeschäft und auch nicht per Mausklick in den Online-Shop - und dort begegnet uns ein künstliches Exemplar einer Tanne.




"Was ist das denn?", fragt das Mittelkind.
"Na, ein Weihnachtsbaum. Das siehst du doch", meint die Große.
"Das ist doch kein Weihnachtsbaum, das ist ne Fälschung. Der piekst nicht mal!"
"Naja", versuche ich einzulenken, "ich habe auch überlegt, ob wir uns vielleicht so eine Tanne zu Weihnachten ins Zimmer stellen."
"Bloß nicht!", protestiert mein Mittelmonster, "der ist ja aus Papier!"
"Brennt der dann ab?", fragt die Große erschrocken. Sie ist eben leicht zu beeindrucken. Das hat sie wohl von mir.
"Nein", versuche ich mein Argumentation zu bestärken, "der brennt nicht, aber er ist gut für die Umwelt. Sieh mal, wir können ihn jedes Jahr wieder verwenden und keine arme Tanne muss dann mehr für uns ihr Leben lassen."
"Die Weihnachtsbäume sterben?", jammert die Große.
Das Mittelmonster verdreht die Augen. Ich streichel ihr über die Wange.
"Die Bäume werden extra dafür gepflanzt, damit wir sie uns einmal im Jahr für zwei Wochen in die Wohnzimmer stellen können. Und danach sind sie vertrocknet. Das ist eben so. Aber", beruhige ich mein Kind, "sie erfüllen noch eine wichtige Aufgabe nach ihrem Tod: Sie werden zu Grünschnitt verarbeitet und so Leute wie unsere lieben Nachbarn aus Nummer 17 streuen sie sich dann in den Vorgarten."
"Hä?"
"Ist auch egal."
"Ich will keine Papiertanne", protestiert das Mittelmonster. "Ich will einen echten Baum."
"Das müssen wir nicht heute entscheiden." Suchend schaue ich mich nach meinem jüngsten Minimoster um. Er ist mal wieder verschwunden. Das ist eine Tatsache, die mich mittlerweile nicht mehr in Angst und Schrecken versetzt. Im Baummart ist er sicher. Schließlich sind hier vier Wände drumherum.
Wir finden ihn auf dem Außengelände des Marktes. Bei den echten Weihnachtsbäumen. Als er uns kommen sieht, zeigt er auf eine stattliche Zuckerhutfichte im Blumentopf.
"Können wir die haben?", fragt er mit engelsblauem Unschuldsblick.
"Das wäre eine Alternative", meine ich.
"Was ist eine 'Alternative'?", fragt er.
"Etwas besseres als die Papiertanne und trotzdem nah genug dran an einem echten Weihnachtsbaum. Außerdem können wir diesen dann im Frühling in den Vorgarten pflanzen."
Wir kaufen die Zuckerhutfichte. Die Weihnachtsdeko haben wir vergessen.

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