Mittwoch, 10. Juli 2013

Die Kichererbsen: Weg mit den Vorurteilen!



Das Mittelkind kommt in die Schule – endlich! Seine Erwartungen sind groß und der Kindergarten ist seit langem schon langweilig. Die Schultüte ist gebastelt, der Tornister gekauft und die Abschlussfeier des Kindergartens liegt hinter ihm. Kürzlich durften wir Eltern zum ersten Elterngespräch in der Schule erscheinen, um Lehrerin, Klassenraum und Materialliste kennenzulernen. Und natürlich, um einen Blick auf die Eltern zu werfen, deren Kinder neben unserem Mittelkind eingeschult werden. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm ...

Als der Göttergatte und ich die Straße zur Schule entlang gehen, brüllte uns ein schwarzer 7er BMW aus den frühen 90er Jahren mit seinem deftigen V8-Automatikgetriebe entgegen. Der Göttergatte bekommt glänzende Augen – dann fängt er sich wieder – und raunt mir zu: “Sieh dir mal diese Zuhälter-Karre an! Bei unserem Glück, ist das Kind von denen bei uns in der Klasse.” Empört boxe ich ihn in die Seite. Er und seine Vorurteile ...

Der Klassenraum ist ungemütlich, nicht nur wegen der viel zu kleinen Tische und Stühle, auf die demnächst die neuen Erstklässler sitzen würden. Den Zustand des Raumes versucht die Lehrerin entschuldigend herunterzuspielen. Sie hätte eben noch viel Arbeit vor sich.
Der Göttergatte und ich blicken uns an. Einige Eltern haben es sich auf den hinteren Stuhlreihen bequem gemacht und tippen auf ihren Smartphones herum. Der Gatte steuert auf die erste Sitzreihe zu. Ich kann ihn gerade noch am Ärmel in die zweite Reihe zerren, als ein junges Pärchen den Raum betritt: Er mit blonder Kurzhaarfrisur und stark slawischen Gesichtszügen, das Polohemd streng in die Jeans gesteckt - sie, eine hübsche Brünette, stark geschminkt mit Gucci-Handtäschchen und roten Highheels.


Der Göttergatte zupft – total unübersehbar –  an meinem Arm: “Das ist der BMW-FAHRER. Ich habs dir gesagt!!!” Dieser “Jenerwelcher” grüßt freundlich in die Klasse, setzt sich in die erste Reihe und winkt einem anderen in der letzten Reihe zu, den er wohl kennt.
“Hey Mann, in der letzten Reihe haben wir lang genug gesessen, jetzt geht es um unsere Kinder, da müssen wir vor sitzen und aufpassen!” Der Satz hat selbst dem Göttergatten imponiert. Allen Vorurteilen zum Trotz.


Bis nächsten Mittwoch

Eure Chaos-Mama Sandra-Maria


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Kommentare:

  1. Herrlich! Am Elternabend kann man aber auch Figuren sehen ... Hast du wie immer klasse beschrieben!
    Sonnige Grüße
    Sandra

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  2. ich musste grad beim Lesen ein Wenig schmunzeln,denn diese Vorurteile usw. kenn ich,ABER bei mir ist es so das die Leute gegenüber meinem Schatz einige Vorurteile hegen,denn als eingefleischter Heavy Metal Fan,lässt er es sich oft nicht nehmen bei den unmöglichsten Anlässen in einer dem Klischee entsprechenden Kluft aufzulaufen,dabei ist er ein ganz lieber und im normalern Leben eher jemand den man wohl "Spiesser" nennen würde:D

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    1. hihi ... Großartig! Ich mag Metal-Fans - bin schließlich selbst einer, nur ohne Verkleidung ;-)

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  3. Schön, kenn ich irgendwie...
    LG Astrid Zahn

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    1. Eben - nicht mal die Vorurteile ändern sich ;-)

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