Dienstag, 12. März 2013

Kichererbsen: Was treibst du eigentlich den ganzen Tag?

Kürzlich fragte mich eine Mutter beim Handballtraining der Minimonster, was ich denn beruflich machen würde. Das ist gar nicht so einfach, denn eigentlich bin ich NUR Hausfrau und Mutter.
Kann man das "beruflich" nennen? Und was genau bedeutet das, NUR für die Kinder, den Haushalt und für all das Drum-Herum zuständig zu sein. Sind berufstätige Mütter die Haushalt und Job gleichzeitig stemmen besser als ich oder gehöre ich mittlerweile zu einer bemitleidenswerten Minderheit der Gesellschaft?

Ich unterstütze Familie 2.0 und bin trotzdem eine Haus- und Gartenmutter

Am Freitag startete die Initiative von Familie 2.0 mit dem offenen Brief an die Bundesregierung, wodurch Familien respektive berufstätige Mütter sich mehr in die Familienpolitik einmischen wollen. Ich bin eine selbsternannte NUR-Mutter - arbeite zwar auch Vollzeit und in mehreren Berufszweigen - gehöre aber weder zu den frustrierten Nervensägen, die ewig über ihre Überforderung meckern,  noch zur Gruppe militanter Bio-Mütter, die in Eine-Welt-Läden einkaufen und gegen Treibhausgase demonstrieren. Ich bin gern Haus- und Gartenmutter. Und ich erkläre auch warum.

Ich unterstütze Kinder berufstätiger Mütter 

Als NUR-Mutter genieße ich nicht den Vorteil, dass ich morgens länger im Bett bleiben kann, dass ich kaffeetrinkend beim Frisör sitze oder den ganzen Vormittag Frühstücksfernsehen und RTL-II-Soaps anschaue. Nein, ich unterstütze Kinder berufstätiger Eltern! Wie? Indem ich meine Arbeitskraft den überforderten Grundschullehrern zur Verfügung stelle: als Lesemutter, zum Waffeln backen oder für den Besuch von 30 Kindern in der städtischen Bücherrei. Die meisten berufstätigen Mütter/ Väter haben dafür keine Zeit und ihre Chefetage kein Verständnis. Darum ist es gut, dass es auch in unserer Gesellschaft noch NUR-Mütter gibt, die sich nicht nur für ihre eigenen, sondern auch  für Kinder berufstätiger Eltern einsetzen.

Wenn alle Mütter/ Väter einen Job hätten ...

... müsste der Staat viel mehr Lehrer einstellen. Und in Zeiten von klammen Haushaltskassen  ist diese Vorstellung mehr als utopisch. Schon heute haben viele Grundschulen einen akuten Mangel an passendem Fachpersonal. Lehrer werden nicht oder nur saisonal eingestellt. In ganz NRW fehlen mehr als 700 Rektoren-Stellen und keiner will es machen. Schulklassen von bis zu 30 Schülern platzen aus allen Nähten - geteilt werden die Klassen erst ab 32 Schülern. Gerade in Ballungsgebieten und Schulen mit Kindern aus aller Herren Länder ist diese Klassenstärke ein Problem! Der Unterrichtsstoff wird nicht geschafft. Fazit: Eltern müssen zuhause das aufarbeiten, was in der Schule nicht mehr in die reguläre Unterrichtszeit passt.


Einen schönen Mittwoch wünscht

eure Chaos-Mama Sandra-Maria



Mehr Informationen rund um die Offene Ganztagsschule und Tipps für die stressfreie Hausaufgabenzeit am Nachmittag, gibt es in dem Buch "Endlich ein Schulkind" in der Kindle-Edition für 2,68€ oder als Taschenbuch für 4,98€.

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