Mittwoch, 9. Januar 2013

Die Kichererbsen: Ist da etwa Gemüse drin?

Salat ist für Schnecken auch gesund ...
Da haben wir den Salat: Selbst angebaut, selbst geerntet, selbst geputzt und zubereitet und trotzdem nicht gegessen! Wie kann das sein?
Als Assistentin des Familienoberhauptes habe ich die Hauptverantwortung für die gesunde Ernährung der Minimonster.  Für die tägliche Portion Gesundheit arbeitet mein Mutterhirn unaufhörlich, raucht im Supermarkt bei der Auswahl der vollwertigsten Lebensmittel und überschlägt sich förmlich mit der Erarbeitung der kreativsten Küchenideen für den wählerischen Nachwuchs.

Ernährungs-Ratgeber kontra Kindermeinung

Nein, ich bin nicht beratungsresistent. Deshalb habe ich diverse Kochbücher für Kinder, Frauenzeitschriften mit dem Prädikat "todsicher für Kinder geeignet" und allerlei Hilfsmittel, wie aus gesund unbedingt lecker werden kann.
Spiegel Online hat kürzlich einen interessanten Artikel herausgegeben, der sich mit dem Thema Kinder und Gemüse auseinander setzt. Schön geschrieben, hübsche Beispiele drin, interessante Ansatzpunkte und streckenweise kann ich dem wirklich nur zustimmen. Leider stimmen die Minimonster dem Artikel nicht zu ...

Gemüse und Kinder ist wie Frau ohne Handtasche

Was habe ich nicht alles ausprobiert: Letzten Frühling habe ich aus unserem halb verwilderten Hinterhof einen ansehnlichen Gemüsegarten gezauber. Ich habe zusammen mit den Kindern Kartoffeln gesteckt, Salalt ausgesäht und Tomaten angepflanzt. Wir haben sogar zusammen geerntet. Ich habe mir lustige Geschichten ausgedacht, die ich den Minimonstern zum Gemüse erzählt habe. Die verschiedenen Gerichte wurden mit einem faszinierenden Namen zusammen serviert. Dazu wurden mit Hilfe von Ausstechförmchen und abwechslungsreichen Schnitztechniken Tiere, Blümelein und Boote gefertigt. Der Erfolg blieb aus: "Igitt, ist da etwa Gemüse drin?"

Aber, wenn die Oma kocht ...

Ja, wenn die Oma kocht, dann essen die Monster sogar Grünkohl, Weißkohleintopf und Rosenkohl! Wenn Mama Gemüse zubereitet, dann machen alle das typische Gemüse-mag-ich-überhaupt-nicht-Gesicht ... Vielleicht liegt es am Oma-Bonus, den ich leider noch nicht, und wenn meine Kids ihre bisherigen Vorstellungen vom Leben nach "Hotel Mama" wahrmachen, auch nie erreichen werde. Vielleicht liegt es aber auch an Omas Es-wird-gegessen-was-auf-den-Tisch-kommt-Gesicht. Immerhin konnte sie dieses Gesicht in ihrer zurückliegenden Laufbahn als Gemüsekochende Mama perfektionieren! Ich werde daran arbeiten!

Tschühüß bis nächsten Mittwoch sagt  
eure Chaos-Mama Sandra-Maria

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben. Habe mit einem Schmunzeln auf den Lippen gelesen :-)
    Ich bin froh, Rohkost essen die beiden großen gerne- aber wehe das Gemüse ist gekocht... Mal sehen, wie der Kleinste es mal macht... Liebe Grüße, Nadja

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    1. Bei uns ist es wirklich total unterschiedlich - da einen geeigneten Konsens zu finden ist schwer. Unser Jüngster isst zum Beispiel total gern Pilze, der Mittlere verschmäht alles, was nicht nach Fleisch aussieht und die Große kann sich hauptsächlich von Gurken ernähren. Bei uns gilt die Regel, und damit fahren wir wirklich bisher ganz gut, was auf dem Tisch steht muss mindestens probiert werden. Meist schmeckt es dann nämlich doch.

      Sandra

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  2. Ich kenne das Problem als Vater von zwei Kindern nur allzu gut - was gesund ist, schmeckt nicht und was schmeckt ist oftmals nicht gesund. Und die kleinen können ja dann doch nicht den ganzen Tag nur Pizza, Pommes und Schnitzel essen.

    Oftmals gelingt ein Kompromiss und eine Lösung, aber um diese muss oftmals lange und hart gerungen werden ;-)

    Liebe Grüße

    Makrus

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    1. Oh ja! Lange und hart ringen wir hier auch. Je mehr Familienmitglieder, desto schwieriger der Kompromiss. Aber die Kinder werden ja auch älter. Freunde machen es zum Beispiel so, dass die Kinder aktiv am Speiseplan mitschreiben können. Werde ich vielleicht auch mal ausprobieren, wenn meine Rasselbande älter ist.

      Sandra

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  3. Mir geht das ähnlich, und ich bin jedesmal wieder persönlich getroffen, wenn mein (oder gar unser gemeinsam) Gekochtes nicht gut ankommt. Da hilft nur, sich zu erinnern, dass wir unsere Kinder mit dem Neuen, Unbekannten, Gemüsigen konfrontieren müssen, nicht unbedingt davon überzeugen. Später werden sie es dann schätzen. Hoffentlich.

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    1. Da hast du vollkommen Recht, Papa Rockt. Es ist frustrierend, aber die Zukunft wird uns zeigen, dass dieser Weg richtig war. Deshalb müssen meine mindestens vom Gekochten probieren. Viele Kinder kennen heute nur noch Junk-Food. Selbst Gekochtes aus frischen Zutaten wird immer mehr zu Seltenheit. Schade drum. Vor allem für die unterentwickelten Geschmacksnerven der Kinder.

      Sandra

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  4. Immerhin war ich damals nicht anders. Glaube ich. Ma Mama fragen...

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