Donnerstag, 8. November 2012

I wie Integration im Kindergarten

Eigentlich habe ich mich lange gewährt, zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Ich will keinem auf den Schlips treten, immerhin bin ich ein friedliebender Mensch! Dennoch frage ich mich, wo die Integration anfängt und wie man sich ihr öffnen soll beziehungsweise kann, wenn das Gegenüber nicht will?

Beim Fahrradtraining in der Grundschule meiner Tochter, sagte mir der Direktor, dass er positiv überrascht sei, wie viele Kinder mit Migrationshintergrund mittlerweile Fahrrad fahren können. Das sei in den letzten Jahren überdruchschnittlich gewesen. Er vermute, das liege zum einen daran, dass immer mehr Kinder aus moslimischen Haushalten einen Betreuungsplatz in Kindertagesstätten hätten. Früher, betonte Direktor Breuker der Grundschule, wäre so ein Ergebnis nicht zustande gekommmen. Die Entwicklung ist äußerst positiv. Finde ich auch!

Gelebte Integration

Meine Tochter zum Beispiel hat eine syrische Freundin, die bei uns zum Spielen vorbei kommt, mit der sie zusammen ins Kino geht, wo auch die Eltern den Kontakt suchen. Das freut mich ungeheuerlich, denn so sieht meiner Meinung nach gelebte Integration aus. Mein Mittelkind ist mit einem türkischen Kind aus dem Kindergarten befreundet.

Integration im Kindergarten

Wir haben im Sommer den Kindergartenplatz gewechselt, sind von einem Vorzeigekindergarten eines Iserlohner Vororts aus praktischen Gründen in eine Tagesstätte in Innenstadtnähe umgezogen, die in nur zwei Minuten Fußmarsch für uns zu erreichen ist. Aus praktischen Gründen deshalb, weil unser Mittelkind im nächsten Jahr auch in die Schule kommt und Anschluss an Kinder aus der Nachbarschaft haben sollte. Sein Freund Bilal* und er sind unzertrennlich - bis der Kindergarten aus ist!

Wo anfangen?

Eine Telefonliste gibt es bei uns nicht (Datenschutz? Wer weiß das schon...), deshalb habe ich der Mutter mehrmals meine Telefonnummer mitgeben lassen. Die Jungs haben sich gefreut, doch leider ist wohl die Grenze zwischen unseren Familien so groß, dass sich niemand traut bei uns anzurufen. Jeden Tag fragt mich mein Sohn, wann er denn nun mal zu Bilal dürfte. Er weiß genau, welchen Weg er gehen müsste, um zu seinem Freund zu gelangen. Leider ist der gerade Weg häufig wohl nicht der Richtige. Integration? Von meiner Seite aus schon. Der Anfang ist gemacht, die Hand gereicht - nun fehlt nur noch das Entgegenkommen.

*Name geändert

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