Mittwoch, 25. April 2012

S wie Spezialisieren oder Deutschland sucht das Supertalent

Bei der Talentsuche unser Kinder mussten wir eine wenig nachhelfen! Da ich persönlich (und natürlich auch aus praktischen Gründen) nicht viel von Full-Time-Terminplanung im Kindergartenalter halte, hielt sich auch unser Nachmittagsprogramm bisher in überschaubaren Grenzen.
Allerdings komme ich nun im Grundschulalter langsam in Bedrängnis, wenn ich höre, was andere Kinder in diesem Alter schon leisten: Vom Schwimmverein über Klavierstunden, vom Schach bis hin zum Profi-Fußball-Star der G-Jugend... Genauer betrachtet, führt mein Kind ein sehr eintöniges, schnödes Kinderleben, mit Besuchen von Freunden, Toben im Garten und auf Bäumen herumklettern. Die Interessen sind weit gestreut und von flüchtiger Natur. Was heute mit einem lauten "Hurra" beklatscht wurde, kann morgen schon wieder völlig uninteressant sein.


Talentsuche für Einsteiger

Gut, ich als Mutter zähle mich noch zu den Einsteigern, was die Talentsuche angeht. Ich will mich nicht einreihen in die Mütterschar, welche ihre Kinder von Montags bis Freitags zu allen möglichen Veranstaltungen kutschieren. Allerdings möchte ich auch, dass mein Kind, seine Fähigkeiten erkennt und ausbaut. Ein zweischneidiges Schwert (jedenfalls bei uns!) Manche Eltern haben genaue Vorstellungen, was aus ihrem Kind werden soll, welche Interessen gefördert werden und was zu einem Kinderleben des 21. Jahrhunderts dazugehört. "Bildung fange im Kindergarten an" sagte kürzlich Frau Hannelore Kraft (SPD) in irgendeinem Radiointerview. Wir haben im Kindergarten viel mit unserer Großen ausprobiert: Englisch, Turnen, musikalische Früherziehung, Schwimmen...

Der Lerntyp ist entscheidend

Unser Kind ist ein Bewegungs-Typ: ständig in Bewegung, sportlich sehr aktiv und kaum ruhig zu halten. Ich bin mir nicht sicher, ob sie in einer Musikschule gut aufgehoben ist, wo sich sich konzentriert an ihre Noten halten soll. Allerdings weiß ich das erst, wenn ich es ausprobiert habe. Deshalb haben wir unsere Große nun wieder dort angemeldet: im Instrumentenkarussel. Hier kann sie bis zum Sommer vier verschiedene Instrumente ausprobieren. Mit dem Schlagzeug hat es angefangen, über Cello, Querflöte und Harfe. Doch schon nach der ersten Schlagzeugstunde, die sie noch großartig fand, war ihr dieses Instrument zu banal. (Ich kann mir auch vorstellen warum: Sie sollte einen Rhythmus nachspielen, der vorgegeben war und das passte ja überhaupt nicht in ihre Vorstellungen!) Vielleicht sollte sie doch lieber Schwimmen oder Turnen... Doch wenn ihr das auch wieder zu banal ist, steigt sie sicher wieder um auf Klettern, Toben und im Garten spielen (nach ihren eigenen Regeln)!

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