Donnerstag, 19. April 2012

N wie Nachdenken oder Wie gefährlich ist Plastik für unsere Gesundheit?

Es lohnt sich in der Tat GEZ-Gebühren zu zahlen! Gestern Abend lief auf 3sat ein interessanter Bericht über den "Plastic Planet", welcher mich um meinen nächtlichen Schönheitsschlaf brachte. Die Frage "Wie gefährlich ist Plastik für unsere Gesundheit" wurde in dieser preisgekrönten Dokumentation von Werner Boote auf eindrucksvolle Weise beantwortet. Die Fakten, die der Österreicher seinen Zuschauern um die Ohren warf, waren erschreckend und mir wurde übel, als ich einen Schluck aus meiner PET-Wasserflasche nahm und mir ein Gummibärchen aus ner Plastiktüte in den Mund schob.

Plastik ist schon überall und Plastik macht krank

Während sich die Plastiklobby noch mit Händen und Füßen dagegen währt, haben Wissenschaftler rund um den Globus (welcher sechsmal in Folie gewickelt werden könnte, mit der Masse an bisher hergestellten Plastik) erschreckende Forschungsergebnisse in ihren Schubladen liegen, die keiner lesen möchte. Warum auch? Unser Planet besteht doch schon aus Plastik... Ich habe mich heute morgen mal bemüht - obwohl bemüht ist nicht das richtige Wort, denn es war eine Sache von wenigen Minuten - alle mir sofort ins Auge springenen Gegenstände in unserem Haushalt zusammenzustellen, die aus Plastik sind. Das Bild ist erschreckend. Ich brauchte gar nicht lange suchen, um dieses bunte Sammelsurium zusammenzutragen.

Eine kleine plastische Auswahl


Ist eine Welt ohne diese Dinge überhaupt noch vorstellbar? Wie soll man denn einen verantwortungsvollen Umgang leben, wenn man von Plastik umgeben ist. Laut Bootes Bericht ist in den Weltmeeren bereits sechsmal mehr Plastik als Plankton zu finden. Das Erschreckende daran ist, es löst sich nicht auf, verschwindet nicht einfach, wenn wir die Augen zumachen und versuchen Gras drüber wachsen zu lassen. Einige enthaltene Stoffe in den Produkten sind hochgiftig und verändern nachhaltig unser eigenes Hormonsystem. Ist ja auch kein Wunder, denn die Giftstoffe überdauern mehr als 500 Jahre in unseren Böden und Gewässern. Wir nehmen sie mit dem Trinkwasser auf, haben sie in unseren Lebensmitteln und unsere Kinder spielen damit.

Was wird aus dem recycelten Plastikmüll?

Nun stellt sich mir die Frage, was denn nun aus dem ganzen Müll der Gelben Tonne wird? Wird er verbrannt, steigen die Schadstoffe in die Luft und wir atmen sie ein. Wird er zu neuen Gegenständen verarbeitet, kommen die Schadstoffe mit neuem Gesicht wieder zurück in unseren Lebenskreislauf. Wir werden sie nicht los! Fast wie den Atommüll... Gibt es eigentlich schon Plastikgegner, die sich an die Tore der hiesigen Chemiefabriken ketten, um ihren Ärger zum Ausdruck zu bringen? Es ist nicht möglich, ohne Plastik zu leben, aber wir können beginnen, bewusster und mit geöffneten Augen über unseren "Plastic Planet" zu gehen.


Buchtipp für Interessierte: 

Gerhard Pretting, Werner Boote
Plastic Planet: Die dunkle Seite der Kunststoffe

Verlag Orange Press
ISBN-13: 978-3936086478

Offizielle Film-Website

Aktion Mach Mit!


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