Montag, 13. Februar 2012

N wie "Naiv.Super." von Erlend Loe

Es ist schon ein paar Tage her, da waren in meiner Lieblingsbuchhandlung "Taschenbuchtage" und beim Durchstöbern der Bücherkisten ist mir ein Buch besonders ins Auge gefallen. Es war lila, es war ein Goldfisch drauf und als Titel stand dort "Naiv.Super." - mehr brauchte ich nicht, um mir dieses Buch zu kaufen.

Nur, um das mal gleich vorweg zu nehmen: Ich mache keine Buchbesprechung! Das sollen die machen, die das wirklich können! Mir geht es eigens um den Begriff der Naivität, der mich in den letzten Monaten unangenehm verfolgt.

Schlägt man nach, erhält man Begriffe, die wenig schmeichelhaft sind: kindlich, leichtgläubig, blauäugig, einfältig, harmlos, arglos, leicht verführbar oder unwissend. Die Naivität wird in der hiesigen Gesellschaft als ernsthafte Charakterschwäche gesehen - als Dummheit oder als Unwissenheit wahrgenommen.

Dabei bin ich der Meinung, dass zu jedem wahren Genie eine gewisse Naivität dazugehört. Ein Quäntchen Unvoreingenommenheit gewürzt mit einem Klecks Arglosigkeit macht aus einem Menschen noch keinen Einfaltspinsel! Kant bezeichnet die Naivität als eine "edle oder schöne Einfalt, welche das Siegel der Natur auf sich trägt" - unbefangen, treuherzig und unkritisch.

Und so fällt es mir persönlich gar nicht schwer diesen naiven Charakter aus Erlend Loes Buch zu mögen, bin ich doch selbst ein stückweit mit einer kindlichen Naivität ausgestattet. Mitten in einer ernsthaften Lebenskrise schmeißt der Ich-Erzähler alles hin und beginnt damit sich und dem Leben neu zu begegnen. Aus dem Studenten wird ein Spielkind - mit Ball und Hämmerbrett macht er sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Wenn das so einfach wäre, würde ich mir auch ein Hämmerbrett kaufen (meine Kinder haben nämlich keins, weil das so ein Krach macht!).

Erlend Loe "Naiv. Super." Roman erschienen 1996 im KiWi-Verlag, ISBN 978-3-462-04088-3

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