Montag, 23. Januar 2012

G wie gut getarnt

"Mama, da ist eben ein Wolf durch unseren GARTEN gelaufen!" Die Kurze war vom Tisch aufgesprungen und zur Fensterscheibe geeilt. Nur kurz zur Erläuterung: Sie sitzt mit dem Rücken zum Fenster, hält allerdings vom Essen sowenig, wie ein Schneemann vom Sommer, weshalb sie ihre Augen, Ohren und Finger überall, nur nicht auf dem Tisch hat...

"Ein Wolf? Bist du dir sicher?"
"Jaaaaaaaaa..."
"Mein Kind, hier gibt es keine Wölfe! Und schon gar nicht in unserem Garten!"
"Aber ich hab ihn gesehen!"

Wir wohnen nur 10 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, dass sich ein Wolf (!) in unseren Garten verirrt haben sollte, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Iserlohn wird zwar als Waldstadt beworben, aber zwischen all den Wildschweinen, Hirschkühen und Feldhasen wurde in der Tat noch kein Wolf gesichtet.
Dennoch machte sich auch bei mir die kindliche Neugier bemerkbar und zusammen pirschten wir uns auf die Terrasse.

Kein Wolf in Sicht! Wusst ichs doch, sie hat mich ausgetrickst, damit sie nicht mehr weiter essen muss... Also, scheuchte ich meine Kurze wieder hinein und belächelte ihren ausgeprägten Erfindungssinn, als mich plötzlich keine 10 Meter entfernt zwei funkelnde Augen anblitzten.

Es war ein Fuchs - fast so groß wie ein Schäferhund, mit rotgraubraunem Fell und zottigem Schwanz. Der hatte sich einfach als Wolf getarnt und unser friedliches Mittagessen beendet. Nun bleibt nur noch die Frage, was der Kerl bei uns im Garten gesucht hat, so weit entfernt vom Wald.

Meine Güte, unser Garten gleicht langsam einem Zoo: Salamander, ein Grünspecht, ein Eichelhährpärchen, hunderte Eichhörnchen, dazu ne fette Taube, ein Kranich und jetzt noch der Fuchs - wir sollten Eintritt nehmen.

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