Dienstag, 5. April 2011

SOKO Bielefeld - Ein kleiner Brief mit großer Wirkung

Post aus Bielefeld bedeutete in den letzten Wochen nichts Gutes. Hatte sich doch der Begriff „Bielefeld“ als Brandmarke in meinem Kopf verankert. Dieses Wort, welches früher einmal das Synonym eines wunderbaren Sommeraufenthalts einer jungen, leicht naiven, schnell zu beeindruckenden Ossigöre war, wurde zum Inbegriff menschlichen Versagens beim Führen eines Kraftfahrzeuges auf einer tempolimitierten Stecke. Was ich damit sagen will: Auf der Autobahn A2, Höhe Bielefeld (!) patrouilliert eine Armee von Blitzkanonen die Strecke, um ahnungslose Autofahrer, die sich gerade von einem total bescheuerten Lied im Radio ablenken lassen, mit Rotlicht zu beschießen. So wurde ich bei einem unachtsamen Sonntagnachmittagsausflug zu einem betreten guckenden Punktesammler.


Grundsätzlich finde ich Punkte sammeln gut. Wenn sich daraus etwas Positives ableitet – etwa ein neues Set Kleingartengeräte für treue Tankkunden. Allerdings bedeuteten meine gesammelten Punkte, dass ich Etwas abgeben muss. In meinem derzeitigen Zustand der Verzweiflung wurde meine Sammelleidenschaft durch diese Schreckensnachricht jäh unterbrochen. Und so kann sich der geneigte Leser mein Entsetzen vorstellen, als neulich ein Brief aus Bielefeld ins Haus flatterte. POST aus BIELEFELD... Mein Herz klopfte bis zum Hals, ich öffnete den Brief nicht sofort, sondern besah ihn mir zuerst von allen Seiten. Himmel, dachte ich, jetzt hab ich ein Bielefeld-Abo, bin aktenkundig bekannt und muss demnächst vor dem Betreten der Stadt ein Platzkärtchen ziehen...


Adressiert an einen gewissen „Herrn Sandra Erdmann“ - ich bin mir nicht sicher, ob ich darüber lachen oder weinen soll - öffnete ich diesen bedrohlich wirkenden Brief mit zittrigen Fingern. Im selben Moment stand (wie sollt es auch anders sein) mein breit grinsender Göttergatte hinter mir und betrachtete den Briefkopf. Ich hatte das Papier aus seiner Hülle befreit und hielt das Objekt des Schreckens in der Hand...


„Soko?“ fragte er amüsiert. „Haben die ne Sonderkommission gegründet, weil du zu schnell gefahren bist? Du bist ja bald ne Berühmtheit!“


Berühmt bin ich schon, die haben ein Foto von mir gemacht... Naja, wenigstens haben sie mich nicht zur Fahndung freigegeben, denn die SOKO ist ein Institut für SOzialforschung KOmmunikation und braucht Freiwillige, wie den 50jährigen Herrn Sandra Erdmann, um an einer Umfrage zum Thema „Perspektive 50plus“ teilzunehmen...

Die spinnen, die Bielefelder!!!



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