Donnerstag, 28. April 2011

Ich packe meine Handtasche für die Notaufnahme und tue hinein...

Und jetzt war es endlich mal wieder soweit... Klar, warum auch nicht, der letzte Aufenthalt liegt ja schon fast ein Jahr zurück... Unser Mittelkind ist mal wieder im Krankenhaus!!!

Als Reaktion auf den von Papa angekündigten Sonderurlaub übermannte ihn Dienstag Nacht ein allergischer, nennen wir es mal Luftnotanfall... 'Schnell weg', dachte sich der Kurze wohl und überlegte, wo er sich am ehesten wohlfühlen würde. Na klar, im Krankenhaus! Da kennen wir uns aus, begrüßen die Kinderkrankenschwestern mit Handschlag und sind mit dem Oberarzt per DU... Über die Ursache können wir streiten, vielleicht waren es die Pollen, wer weiß das schon und hinterher ist man schließlich immer schlauer.

Und so saßen wir am Dienstag mitten in der Nacht in der Notaufnahme unserer örtlichen Kinderklinik und warteten darauf, dass irgendwer vorbei käme, um sich dem Problem anzunehmen, das ja aus fast schon bösartiger Atemnot bestand... und während ich mich noch darüber ärgerte, dass es in der Notaufnahme für übernächtigte Mütter mit kranken Kindern keinen Kaffeeautomaten gab, in den ich mein nicht vorhandenes Kleingeld hätte schmeißen können, wurde aus des Mittelkinds seiner anfänglichen Luftnot, ein ausgewachsener Anfall mit heftigen Juckattacken und minütlich wachsenden Entzündungsherden... Es röchelte, es hustete und es kratzte sich also, aber niemand nahm von uns Notiz...

Und genau in solchen Momenten bin ich dann wieder froh ein Mädchen zu sein, denn nur Mädchen haben gut sortierte Handtaschen, die für jede Situation die richtigen Mittelchen zur Verfügung haben.

Ein Portmonee ohne Kleingeld, dafür aber mit diversen Karten zum Punktesammeln, einen Kalender (falls es dann doch mal länger dauert und man vergessen hat, an welchem Tag man in die Notaufnahme kam), immer beliebt auch das Notizbuch für die Dialogsuche (obwohl man dabei mitten in der Nacht als Einzelperson im Wartezimmer nicht so viel Glück hat), diverse Stifte mit denen Mama Saurier zeichnen könnte, wenn sie es denn könnte und natürlich Gummibärchen für den kleinen Hunger zwischendurch!!!

Das WICHTIGSTE aus meiner Mädchen-Handtasche war allerdings mein MP3-Player, der mir quasi die Nacht rettete, als ich mein Zimmer mit Ausblick bekam. Ich will mich ja gar nicht beschweren, denn so ein Krankenhausaufenthalt hat auch seine Sonnenseiten: Vollpension ohne einmal die Finger zu rühren zu müssen, ein Bett, regelmäßige Putzaktionen von bezahltem Personal, dazu ein warmes kuschliges Zimmerchen und das alles UMSONST... Dennoch hatte ich direkt in der ersten Nacht eine Beschwerde für die Hoteldirektion, denn meine Zimmernachbarin schnarcht wie ein Riese mit Schnupfen!!! Und dann dachte ich voller Freude an meinen geliebten MP3-Player, den ich mit allerlei Zeug bestückt habe, welches ich in den heimischen Gefilden nur mit Kopfhörer hören darf, um den Rest der Familie damit nicht zu belästigen... so Zeug halt... und das Zeug hab ich dann ganz laut aufgedreht, damit ich nicht mehr dem Schnarchgeräusch zuhören musste und was ist passiert? Ich hörte ein Schnachkonzert im Takt zu "August Red Burns" und "Inflames" trotz Lautstärkeregulater auf MAXIMUM...

Aber, ich habe mich später gerächt (hehehehe - böses Lachen), denn als Nachts um drei die Stationsschwester mit einen Inhaliergerät ins Zimmer stürmte, konnte ich voller Genuss dem laut schnaufendem und ratterndem Ton des Gerätes lauschen, ohne mich zu ärgern!!! Das tat ja dann meine Zimmernachbarin, die plötzlich nicht mehr schnarchte...

Die Kunst ist, das Beste draus zu machen...

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