Freitag, 18. Februar 2011

Mit der Kraft meiner Gedanken...

Hoffentlich bringt er mir ein Brot mit. Wenn ich jetzt ganz fest daran denke, dann merkt er das und bringt mir ein Brot mit. Das hab ich nämlich vorhin beim Einkaufen vergessen. EIN Brot. Brot. Brot. Brot... Und Butter fehlt auch noch... Nein, Butter schafft meine Leitung nicht mehr, dafür fehlen IHM auch ein paar zusätzliche Anschlüsse. Aber das mit dem Brot könnte klappen!


Kurz darauf:


„Hallo Schatz, bin wieder da!“

„Hast du mir ein Brot mitgebracht?“

„Nö, sollte ich das? Ich hab Cola und Schokolade gekauft... Warum hast du mich nicht angerufen?“


Hab ich doch. Na ja, nicht so direkt, indirekt ja, immerhin hab ich an dich gedacht und an das Brot. Sowas klappt leider nicht immer, nur bei Zahnarztterminen... Schon wenn ich einen Termin vereinbare, merke ich so ein komisches Ziehen, ein Drücken und ein Stechen, was, je näher der eigentliche Termin rückt, immer stärker wird. Kann dieses Phänomen auch Kraft meiner Gedanken nicht abstellen, irgendwie regulieren oder auf ein Minimum reduzieren. Allein der Gedanke an den Zahnarzt, besser gesagt an die Zahnärztin (wir wollen ja keinen Ärger mit der GleichstellungsbeauftragtIN), verursacht mir Schmerzen, wo vorher keine waren und hinterher kein Grund für dieselben zu erkennen ist.


Warum hat das bloß mit dem Brot nicht geklappt...

So etwas klappt doch auch prompt, wenn ich an meine Mutter denke! Es dauert keine fünf Minuten, nachdem mein Gedanke durch die Luft, über die A1, die A2, den Berliner Ring und dann hinunter nach Cottbus geflogen ist, dass die Gute den Hörer in die Hand nimmt und der Meinung ist, ihr einziges Kind hätte ihr telepathisch vermitteln wollen, dass es krank ist und einen dringenden mütterlichen Kräuterrat benötigte.


Warum nur hat das bei dem Brot nicht funktioniert?

Vielleicht war mein Gedanke nicht konkret genug? Ich hätte vielleicht nicht nur an Brot, sondern an Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen denken sollen, an Kraftbrot aus Dinkel oder an Toastbrot... Jetzt muss ich doch noch selber los...

Mittwoch, 9. Februar 2011

Ab heute nur noch BIO

Mit abschätzendem Blick betrachtete die grauhaarige Frau hinter mir an der Supermarktkasse meinen schnell zusammengewürfelten Einkauf auf dem Tansportband.
Was sollte ich machen? Ich war im Stress! Es blieben mir noch 15 Minuten bis mein Parkticket ablief und ich eine horrende Summe nachzahlen musste, damit ich das Parkhaus wieder verlassen konnte. Gut, ich hatte mich verquatscht in der Stadt, musste zu lange beim Optiker warten und hab danach in meinem Lieblingsgeschäft gedankenverloren in der neusten Kollektion für den Frühling gestöbert...

Das Grau ihrer Augen wanderte verächtlich über meine Fertigpizza, die sich mittags im Ofen von ganz allein backen sollte, weil ich mit tausend anderen Dingen beschäftigt war. Weiter glitt ihr Blick zu den herrlich mit Farb- und Konservierungsstoffen vollgepumpten Wackelpudding, den mein Sohnemann stolz in seinen kleinen verklebten Patschhänden hielt. Ihr ergrautes Haupt machte den Anschein, als würde es sich schütteln, nachdem sie mir ein Taschentuch reichte, damit ich meinem Kind doch bitte mal die Nase sauber machen konnte... Sowas kann sich ja keiner ansehen... Mein komplett unökologischer Einkauf thronte auf dem Transportband und führte bei der liebenswürdigen Frau zu einem erneuten Ergrauen, wegen dem GRAUEN... Dabei konnte sie so alt noch gar nicht sein.

Schüchtern lächelte ich sie an, um wenigstens nicht den letzten Rest an Supermarkt-Sympathie-Punkten zu verlieren. Betont langsam entpackte sie derweil ihren Einkaufswagen: BIO-Tomaten (stand drauf... hab ich gelesen), BIO-Kiwis, BIO-Gurken, dazu tiefgekühlte BIO-Erbsen, ein BIO-Camembert und zwei Pakete BIO-Bananen. Was man daraus wohl macht???
Nachdem ich mir beim SB-Bäcker, der bestimmt keine ökologisch wertvollen BIO-Brötchen backt, für meinen quengelnden Sohn noch ein Sei-so-gut-und halt-bis-zu-Hause-durch-Brötchen gekauft habe, sah ich die "Graue Eminenz der BIO-Produkte" noch einmal wieder. Vorbildlich entpackte sie ihren Einkauf aus den 'bösen' Plastik-Verpackungen und setzte ihn liebevoll in ihren eigens dafür mitgebrachten Weidenkorb... Warscheinlich sprach sie während der Fahrt im Bus mit dem Gemüse, damit es sich nicht langweilte...

Dabei kann man aus Plastikverpackungen so tolle Sachen basteln...

Schreibt mir eure Meinung