Samstag, 11. Dezember 2010

Rebellion auf dem Rücksitz

Eine Autofahrt mit Kindern ist meist spannend und lustig. Die Betonung liegt auf meist, denn in der Regel ist es mit drei Kindern auf der Rücksitzbank anstrengend, nervenaufreibend und laut. Wer erinnert sich nicht gern an die Werbung, wo die Eltern zwischen den Kindern im hinteren Teil des Autos und sich selbst eine Scheibe hochfahren können, um so dem Gelärme der Mitreisenden zu entkommen.

So eine Scheibe brauche ich auch!!!

Das Resultat dieser kindlichen Autofahr - Rebellion kam mir vor wenigen Wochen ins Haus geflattert. Ein hübscher Brief vom Regierungspräsidium Kassel. Eigentlich mag ich es, Post zu bekommen. An Post von irgendwelchen Regierungsstellen, Stadtverwaltungen ect. war ich seit dem Umzug eigentlich gewöhnt. Aber was wollte bloß das Regierungspräsidium Kassel von mir? Nichtsahnend machte nicht ich, sondern mein Göttergatte den Brief auf. Er war ja schließlich für ihn! Nichtssagend legte er mir DiesenJenenWelchen mit einem breiten Grinsen vor die Nase. Da war ein nettes Foto von mir abgebildet. Gut, ich war nicht wirklich gut getroffen, sah etwas füllig aus, verträumt vielleicht, ähm leicht abwesend sogar... ich weiß es nicht! Na ja, das Ende vom Lied: Ich wurde geblitz, gefilmt, überführt... Ich bin schuldig!

Als ich den Wisch vor mir liegen sah, fiel es mir wieder ein. Es war kurz nach dem Gambacher Kreuz, vorbei am schönen Butzbach ("Mama, hier waren wir schon mal! Wer wohnt hier noch mal? Mama, Mama, Maaammmaaa...") und dirket hinter dem Kreuz Wetzlar standen sie: Und ich dachte noch... und im nächsten Moment war es schon zu spät. "Mama, was war das Licht?" tönte es vom Rücksitz. "Äh, ich glaube, ich bin gerade geblitzt worden", meinte ich meine Stimme aus weiter Ferne zu hören. "Oh" sagten drei dünne Stimmchen hinter mir, dann fuhren sie aber in ihrer üblichen Lautstärke fort: "Kinder Musik!" "Nein, Papas Musik!" "Ich würde gern die Nachrichten hören", meinte ich leicht genervt. "Wir wollen aber Papas Musik!" Alles, nur nicht Papas Musik!!!

Nach diesem Schock auf der Autobahn brauchte ich Gitarren, Schlagzeugsolos und dröhnende Bässe, nicht die Popper-Schnulzen-Baladen von Michael Jackson. Allerdings stand ich mit meinem Wunsch allein da und Ruhe auf der Rückbank kehrte erst nach dem Intro von "Billy Jean" ein. Vor mir lagen noch fast 200 km...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schreibt mir eure Meinung