Samstag, 11. Dezember 2010

Mein frauenfeindlicher Küchenherd

Nichts habe ich mir im Sommer mehr gewünscht, als dass nach wochenlanger Koch-Abstinenz, dem zurückgreifen auf Fast-Food und Dosenfutter, endlich mein neuer Herd angeschlossen würde. Ich erwartete diesen Tag mit Spannung und mit kindlicher Freude. Nun, es dauerte nicht lange und ich wünschte mir den Zwei-Platten-Campingkocher auf meiner Terasse zurück, denn mein neuer Herd spielte ganz gewaltig verrückt.

Ich gehe sogar soweit zu sagen, es handelt sich hierbei um einen frauenfeindlichen Küchenherd. Wie ich darauf komme? Ganz einfach, sobald ich mich mehr als zehn Sekunden gegen ihn lehne, fängt er an zu piepen! Und das ist kein normales Piepen, nein, es dröhnt und säuselt so lange, bis ich nicht mehr an ihm lehne... So als würde er mir sagen wollen: "In dieser Küche wird gearbeitet! Hör auf rumzustehen und koche deinem Mann gefälligst ein ordentliches Mittagessen!!!"

Alice Schwarzer würden die Haare zu Berge stehen, wenn sie von diesem Herd wüsste. Wenn ich mich recht entsinne, hat der Verkäufer meinem Göttergatten wild zugezwinkert, als er sich nach den Vorteilen des hiesigen Herdes erkundigte. Er könne alles, Umluft, Grill und (zwinker, zwinker) die Arbeit erleichtern. Damit war nicht meine Arbeit gemeint, sondern die Kontrollfunktion der Ehemänner, die dann nicht immer vom Fernseher aufstehen müssten, um zu sehen, ob ihre Frauen auch noch ordentlich arbeiten!!! Schweinerei, das!

Was kommt als Nächstes? Der vollautomatische Wäschschrank, der schlecht gefaltene und miserabel gebügelte Hemden wieder rausschmeißt? Oder gar ein Telefon, was sich nach vier Minuten Dauereinsatz von selbst abschaltet?

Oh, Welt...

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