Dienstag, 21. September 2010

Aus Alt mach Neu

Neues Heim, neues Glück, neue Farbe an den Wänden und neue Möbel in den einzelnen Zimmern, was braucht man denn noch? Neues Geschirr!!! Und damit das Neue Platz hat in meinen überdimensionierten Einbau-Wandschränken, musste das Alte natürlich weichen. Ich bin normalerweise kein Verfechter der Alles-Muss-Raus-Regel, aber diesmal muss es einfach sein. Natürlich mochte ich unser herrliches Steingut-Geschirr, beige mit den niedlichen weißen Blümchen auf blauem Grund entlang des Randes, "Made in Bulgaria" von Ikea. Allerdings hat dieses jetzt schon einige Jahre auf dem Buckel. Ich hatte ja gar keine Wahl, das Zeug hat mein Mann mit in die Ehe gebracht und er fand zu seiner großen Freude ein fast komplettes Set dieses Geschirrs als Schnäppchen auf dem Flohmark. Leider sind jetzt aber davon nur noch 4 kleine Teller, 10 Suppenteller, 6 flache Teller und 3 Kaffeepötte übrig.

Zum Glück war meine Freundin eine Woche im Urlaub, im Bayrischen Wald. Nichts hat der Freistaat mehr als Outlet-Center und Fabrikverkäufe und so ergatterte sie für mich endlich ein vollständiges Dinner-Set für 12 Personen von JOSKA, vollständig, schlicht und einfach, hier und da zwei bunte Blüten drauf, Alles in Allem aber sehr anständig. Ich habe gleich das Alte aus dem Schrank verbannt und das Neue an seinen neuen Platz gestellt. Teller, Tassen und Kaffeepötte werden nun für einen guten Zweck verschenkt, gehen ins Hochwassergebiet nach Polen.

Bis auf die Kaffeepötte, die haben Beine bekommen und sind heimlich wieder zurück in den Schrank gehuscht. Aber ich habe sie dabei erwischt. Na ja, Schonfrist für die Tassen. Sicher fällt einem der Kinder mal wieder so eine Tasse auf den Boden. Dann löst sich das Problem von allein.

Donnerstag, 16. September 2010

Wo hab ich ihn nur hingelegt...

In den letzten Wochen haben mehrere Gedankentornados mein wohldurchdachtes Ordnungssystem im Kopf mächtig durcheinander geschüttelt. Mein mühsam aufgebautes 3 bis 5 Kammersystem beschränkt sich seit einiger Zeit auf eine riesige Krabbelbox bestehend aus abertausenden Gedanken, Gefühlen und Emotionen. In riesigen knallroten beleuchteten Lettern steht darüber geschrieben: „Sonderaktion“! Hände, überall nichts als Hände, die sich wild stoßend, schubsend und kneifend ihren Weg bahnen und wie wahnsinnig in meinem Kopf herum wühlen. Und wenn ich Glück habe, einen Gedanken zu erhaschen, reißt ihn mir eine gierige, sonderaktionsverkaufsgeübte Klaue aus den zittrigen Fingern. Meine Gedanken schwirren durch einen luftleeren Raum und warten Mittags vergebens, dass Mutti sie aus der Kita abholt, sie nach Hause bringt und ihnen einen heißen Kakao vor dem Mittagsschlaf serviert...
Orientierungslos suchen sie nach der Schublade, in welche sie eigentlich gehören, können diese aber nicht finden, weil sie nicht beschriftet sind. Immer neue Gedanken fliegen mir zu, wollen abgespeichert werden und stehen ungeduldig wartend vor der Tür. Mürrisch sehen sie auf die Uhr, sind allerdings längst wieder weg, wenn ich dazukomme, ihnen die Tür zu öffnen.

Da kann es dann auch schon mal passieren, dass ich meinen Schlüssel an irgend einer Stelle ablege und vergesse, dass dieser Schlüssel an der besagten Stelle wartet! Ja, dass kommt immer mal wieder vor. Immer seltener, denn mein Schlüssel-Mantra flüstert mir schon beim Öffnen der Tür im Singsang „Den Schlüssel ans Schlüsselbrett“ ins Ohr. Aber manchmal überhöre ich den Singsang im Flüsterton, weil sich mit lautem Trommeln, mit Pauken und Trompeten wieder etwas Neues ankündigt. Und wenn dann aus dem Singsang ein Trommeln wird und die Trompeten zu Pauken werden, flüstert ein kleines Männlein schadenfroh: ERROR! Peng! Dann fliegen die Sicherungen raus und sich meine Festplatte formatiert sich mal eben von selber. Ich laufe dann lediglich orientierungslos meinen Gedanken hinterher...

Sonntag, 5. September 2010

Geschichten aus der Gemeinschaftsdusche...

Wenn ich groß bin, werde ich ein Badezimmer!
Not macht erfinderisch, diesen Spruch werden wir uns sicherlich irgendwann in Stein meißeln lassen, trifft er doch in unserer Situation mal wieder den Nagel auf den Kopf. Nachdem endlich das Projekt "Heißes Wasser für alle Körperteile" so kurz vor dem Durchbruch stand, kam uns Murphys Gesetz mal wieder in die Quere... So müssen wir uns jetzt doch zu aller erst dem altbekannten Projekt "Stromanschluss XXL" zuwenden. Dieses kleine Hinderniss führt nun allerdings dazu, dass Familie E. nun doch noch eine Woche länger als geplant an etwa 3 bis 5 Tagen in der Gemeinschaftsdusche im Schwimmbad anzutreffen ist.



Apropos Gemeinschaftsdusche, da fällt mir doch noch eine passende Geschichte zu ein, die sich vor Jahren mal in einer solchen abgespielt haben soll...




1995: Borussia Dortmund wurde Deutscher Meister, Franz Beckenbauer durfte die Bayern umher scheuchen, Helmut Kohl, der Einigkeitskanzler war noch Deutschlands Oberguru, während BSE als Schreckgespenst durch die deutschen Supermarktfleischtheken kursierte und von der Schweinegrippe noch nie jemand etwas gehört hatte. Damals, ja, damals war die Welt noch in Ordnung.
So trug es sich zu, dass an einem schönen sonnigen Samstag Nachmittag zwei junge Kerle die Tennis- und Squasch-Halle im Dortmunder Stadtteil Westhofen aufsuchten, um sich ein wenig abzureagieren. Während Westhofen dem Ein oder Anderen nur als unliebsames Nadelör auf der A1 beziehungsweise A45 bekannt sein dürfte, welches man zu den Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag meiden sollte, so hat diese Tennishalle nichts damit zu tun. Sie ist von der Autobahn gar nicht zu erreichen! Die beiden jungen Männer trafen sich selten zum Sport. Das sie heute gingen war reiner Zufall. So, wie es manchen Zufall im Leben gibt, bei dem sich der normalsterbliche Erdenbürger nachdenklich am Kopf kratzt und sich die Frage nach dem WARUM stellt. Die Beiden fragten sich so etwas allerdings nicht. Dem Schicksal tief in die Augen blickend, glaubten sie sowieso nur dem Einen, der die Fäden aller Menschen in den Händen hält und weit mehr drauf hat, als es der Zufall je haben wird.

Die beiden Männer: Davon einer etwa 20 Jahre alt, blond, blauäugig und von attraktiver Gestalt, der Andere mit schwarzen Locken und blassgrauen Augen etwas älter, was jedoch nicht weiter auffiel. Sie gingen nun also nach etwa drei Runden Power-Drink-Xtreme-Stemmen mäßig schwitzend unter die Dusche. Es war eine schöne Dusche, weiß-blau gekachelt mit blitzenden nach Edelstahl aussehenden Plastikduschköpfen, einem weißen Holzimmitat-Regal und nur vereinzelten Stockflecken in den Ecken. Mit ihnen betraten noch zwei weitere Männer mittleren Alters die Gemeinschaftsdusche der Tennishalle. Die blonden Haare leicht angesilbert, allerdings adrett frisiert. Für Männer ihres Alters gut gebaut, muskulös und drahtig bis in die Zehenspitzen.

"Pst...", zischte der Blonde dem Schwarzen unter dem laut plätschernden Wasserstrahl zu. Die Augen weit aufgerissen, versuchten dem Gegenüber etwas höchst Dringliches mitzuteilen. Der Andere reagierte allerdings verhalten auf das peinliche Gehabe des Freundes, kein Zucken, kein nennenswerter Augenkontakt, keine Reaktion.
Gemütlich, ohne sich um die anderen Duschnachbarn zu kümmern, schäumte sich der Schwarzhaarige mit Duschgel ein, denn er hatte wieder einmal sein Shampoo vergessen.

"Pst... Psssst..." Energisch pischperte der Blonde unter der Dusche. Seine immer größer werdenden Augen starrten durchdringlich und sein Kopf begann wild nach rechts zu zucken.

WAS hat der bloß? fragte sich der derweil sein Freund, der sich gerade unter dem wohlig warmen Wasser den Schaum aus den Haaren wusch.

"Pst... da..." Und dann zuckte sein Kopf wieder nach rechts, während er die Lippen fest aufeinander presste. Die beiden Männer mittleren Alters schnappten sich ihre Handtücher und sahen den Schwarzhaarigen bedauernswert an. Dieser zuckte nur mit den Achseln und machte ein entsprechend verwirrtes Gesicht, denn er wusste doch selbst nicht, was in seinen Kumpel gefahren sein sollte. Ob wohl etwas im Fitness-Drink war? Er selbst hatte Kirschgeschmack, langweilige Sorte, allerdings wusste er dabei, was ihn erwartete. Vielleicht waren es immer nur die irren Sorten, wie Zitrone-Blaubeer-Kiwi, die einen unangenehmen Nebeneffekt auf den Sportbegeisterten haben.

Als die Mittelmänner die hübsche blau-weiß gekachelte Dusche verließen, landete eine fast leere Shampoo-Flasche am Kopf des Schwarzhaarigen. "Hey! Spinnst du, Mann?" "Bist du blind?" "Hä?" "Weißt du wer das da eben war?" "Nö! Wer denn?" "Man, bist du blöd. Das war Ottmar Hitzfeld. Nackt!" "Ja, echt..." "Das habe ich doch die ganze Zeit gesagt, nur du hast es nicht kapiert!" "Dann hinterher, vielleicht erwischen wir ihn ja noch in der Kabine..."

Haben sie aber nicht! Und die Moral von der Geschichte: Machmal ist eben im Fitness-Drink doch nur Zitrone-Blaubeer-Kiwi-Geschmack drin, dafür steht jedoch irgend ein Promi gerade nackt hinter dir. Dreh dich nur mal um!

So, ich muss los. Das Schwimmbad schließt gleich...

Freitag, 3. September 2010

Was macht denn der Cowboy bei uns im Haus?

Freitag morgen, 7:45 Uhr

Mist, die Jungs sind 15 Minuten zu früh dran. Schnell schnappe ich mir Kind 1-3 und verschwinde mit ihnen und einem riesigen Wäscheberg in unserem winzig kleinen Badezimmer. Die drei Kinder werden rund um den Waschtisch positioniert und bekommen jeder seine Zahnbürste in die Hand gedrückt. Während dessen versuche ich auf den noch übrig gebliebenen 0,5 m² aus meinem Snoopy-Flanell-Schlafanzug zu klettern (nicht lachen, die Nächte sind immerhin schon sehr, sehr kalt...). Mein Göttergatte steht derweil fertig angezogen, gewaschen, gekämmt und rasiert vor der Tür und erwartet die "Jungs" freudestrahlend. Wie kann man bloß am frühen Morgen schon so gute Laune habe, verstehe ich nicht! Gerade als ich verzweifelt mit meinem Pullover kämpfe, bricht das erste Kind aus dem Badezimmer aus. Klar, es war ja fertig, warum sollte es also so lange warten, bis Mama nicht mehr halb nackt in der engen Nasszelle steht. Auch Kind Nummer zwei wirft die Zahnbüste im hohen Bogen in die Ecke und versucht es dem ersten Ausreißer gleich zu tun. Jetzt noch schnell die Hosen an... "Halt! Du bleibst hier, bis ich fertig bin!" Meine Große betrachtete mich mit einem giftigen Blick. Aber, wenn sie jetzt die Tür aufgerissen hätte, wäre ich in eine sehr, sehr peinliche Situation geraten: halb angezogen, die Hosen nur über ein Bein gestreift und ungeschminkt mit zotteligem Haar! Das wäre der erste Anblick, den unsere Zimmerleute von der Herrin des Hauses bekommen hätten... Nicht sehr schmeichelhaft, voll peinlich und bestimmt der Anlass für viele neue derbe Baustellenwitze... Aber ich hatte noch Glück im Unglück, denn just in dem Moment, als meine Große die Hand an die Klinke legte, hörte ich die Dielen unter den schweren Männerschritten knarren. Ein Hoch auf knarrende Dielenbretter!

Nichts für Ungut, ich bin noch mal mit heiler Haut davon gekommen. Nur meine Große war furchtbar entsetzt, als ihr die Zimmermannsgesellen in ihrer so typischen Wanderkluft begegneten: "Warum sind das Cowboys?"

FRAGEzeichen mit AUSrufungsPUNKT...

Nein, keine Cowboys, die sind doch mit dem Auto hier, nicht mit dem Pferd... Klaro!!!

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