Montag, 22. Februar 2010

Neueste Nachrichten aus aller Welt

Wir schalten jetzt live in den Mittleren Treppenaufgang, wo unsere Korrespondentin Sandra E. bereits im Schutze der Dunkelheit auf uns wartet. Sandra, gibt es Neuigkeiten? Wie ist die Lage im Mittleren Treppenaufgang?

Hallo Marietta. Das Volk vom Mittleren Treppenaufgang ist verzweifelt, denn Hunger macht sich breit. Die Süßigkeiten-Ernte ist in diesem Jahr so schlecht, wie lange nicht mehr. Lange Schlangen stehen vor den Läden, um vielleicht noch die wenigen Reste zu ergattern, aber die Türen bleiben geschlossen. Die hiesige Regierung versucht den Hunger der Menschen hier mit ihnen völlig fremder Nahrung zu stoppen. Hilfspakete aus Ländern wie Aldi-banien, aus den Vereinigten Staaten von Lidl oder aus Kauf-Land kommen bei den betroffenen Menschen hier im Mittleren Treppenaufgang zwar an, doch die Menschen akzeptieren diese, ihnen so fremden Lebensmittel wie Nudeln, Gemüse oder Kartoffeln überhaupt nicht.

Eine sich langsam ausbreitender Unmut macht die Menschen wütend und aggressiv. Um sich schlagend und schreiend gehen die Rebellen auf das Regierungspersonal, aber auch auf wehrlose Plüschpferde und Plastikautos los. Wohnungen werden dem Erdboden gleich gemacht. Dieser Unmut der Menschen hier zeugt von großem Unglück.
Aber, Marietta, die Mitarbeiter der Regierung werden nicht nur verbal angegriffen und beschimpft, sondern bei so manchem Schlichtungsversuch sogar angespuckt. Die Menschen aus dem Mittleren Treppenaufgang kennen keine Grenzen mehr, das Chaos beherrscht die Stadt und militante Rebellen wollen das Land übernehmen. Hier muss ganz schnell ein Dialog zwischen der Regierung und dem Volk erfolgen, sonst kommt es zu bösartigen Übergriffen.

Die Regierung versucht dem Volk durch gelegentliche Ausflüge in den nahe gelegenen Freizeitpark ihr Elend zu verringern. Allerdings stürzen diese Ausflüge das völlig heruntergewirtschaftet Land in den Ruin. Die einzige Möglichkeit dem hungernden und wütenden Volk Einhalt zu gebieten, besteht darin ein Großaufgebot an attraktiven Attraktionen zu bieten.

Diese kurzen Momente der Ruhe nutzt die verzweifelte Regierung, um über humane Gegenschläge nachzudenken. Nur im Schutze der Dunkelheit gelingt es dem ein oder anderen Regierungsbeamten die Flucht zu ergreifen, doch bereits an der Landesgrenze wird er durch lautes Jammern und Winseln zurückgehalten.

Die Regierung bemüht sich stets das Volk bei Laune zu halten. Für heute, Marietta, ruhen die Waffen im Mittleren Treppenaufgang. Aber man sollte dem Frieden der Nacht nicht zu sehr trauen. Bereits im Morgengrauen beginnen einige Rebellen mit dem ersten Schlag des Tages, indem sie lautstark ihre Forderungen hervorbringen. Ein Ende ist nicht in Sicht, und auch mir ist es nur möglich im Schutze der Nacht zu reden. Ich werde versuchen in den nächsten Tagen mit einem militanten Rebellenführer in Kontakt zu treten.

Danke, Sandra, die neusten Nachrichten aus dem Mittleren Treppenaufgang! Hier herrscht der ganz normale Wahnsinn! Gute Tag!

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